Hilfe, die Herdmanns kommen!

von Barbara Robinson
übersetzt und für die Bühne bearbeitet von Nele und Paul Maar
(Aufführungsrechte beim Verlag für Kindertheater Weitendorf, Hamburg)


Inhalt des Stücks:

Hilfe, die Herdmanns kommen! Der Titel des Stücks sagt eigentlich schon alles über dessen Inhalt.
Die Herdmanns (siehe Foto) sind die gefürchtetsten Kinder im Ort. Sie verbreiten Angst und Schrecken, ärgern die anderen Kinder und haben auch vor Erwachsenen keinen Respekt.
Es ist Vorweihnachtszeit und die Vorbereitungen des alljährlichen Krippenspiels stehen an. Als sich die Organisatorin das Bein bricht, muss Barbara Bradley einspringen - und als wäre das nicht schon schwer genug mischen plötzlich auch noch die Herdmanns mit. Ob das wohl gut gehen kann?

Erstmals stehen bei unserer Jugendgruppe Kinder und Erwachsene gemeinsam auf der Bühne

Spieler und weitere Beteiligte:

Die beteiligten Personen, Spieler und weitere Informationen können diesem Flyer als Download entnommen werden.



Presseauszug: Münchner Merkur, 12. Dezember 2019

Quellenangabe: Münchner Merkur - Nord vom 12.12.2019, Seite 36



Rotzfreches Krippenspiel


Harthausen – Das Harthauser Dorftheater bringt mit „Hilfe, die Herdmanns kommen“ ein kleines Weihnachtswunder auf die Bühne. In dem Stück spielen Jugendliche und Erwachsene gemeinsam, witzig, humor- und schwungvoll und vergessen dabei nicht den zeitkritischen Ansatz des Stücks.

Eugenia (Melissa Ott), Hedwig (Isabella Brennecke), Leopold (Adrian Rothballer), Ralf (Korbinian Feldmann), Klaus (Andreas Leibig) und Olli (Philia Lindlbauer) sind die sechs Herdmanns. Die vermeintlich asozialen Kinder sind der Schrecken der Nachbarschaft und der Schulgemeinschaft. Sie rauchen, stehlen, mobben und schlagen andere Kinder. Sie sind verschrien und gefürchtet. Jeder geht ihnen am liebsten aus dem Weg. Nur in der Sonntagsschule ist man vor ihnen sicher, denn mit Gott haben sie – Gott sei gedankt – so gar nichts am Hut. Als die Sechs es, obwohl sie gar nicht wissen, was denn genau ein Krippenspiel ist, dennoch schaffen, alle wichtigen Rollen im Krippenspiel an sich zu reißen, weicht der Adventsfrieden einer atemlosen Spannung.

Barbara Bradley (Eva Maas-Eiba), die mit der Aufführung des Krippenspiels betraut ist, hat alle Hände zu tun, damit das Krippenspiel stattfindet. Seit knapp vier Monaten proben die Harthauser unter Regie von Willi Zirngibl und Maximilian Eiba an dem Stück. „Wir mussten speziell die Herdmann-Darsteller immer wieder ermuntern, doch frecher und dreister zu sein und auch mal einen schmutzigen Witz zu reißen“, sagt Zirngibl. Melissa Brennecke ist mit ihrer Rolle der Eugenie ganz zufrieden: „Die ist lustig, draufgängerisch, das passt zu mir.“

Ganz schön viel Text zu lernen galt es für Lara Rothballer, die als Betty Bradley und Erzählerin der Geschichte die meiste Bühnenpräsenz hat. Eine Herausforderung, die sie übrigens hervorragend meistert, „auch wenn am Anfang immer ein wenig Lampenfieber dabei ist“, sagt Rothballer. Sicherheit geben aber auch die Erwachsenen, Bernhard Bauer in der Rolle von Bob Bradley etwa ist seit knapp 30 Jahren im Team, „gestartet bin ich als Zehnjähriger, dann zu den Jugendlichen und nun im Erwachsenen-Theater. Es macht einfach Spaß!“

Gerade der „Mittelbau“ der Jugendlichen bereitet Eiba und Zirngibl ein wenig Sorgen, „die Kinder strömen grad so herbei, da haben wir keine Probleme“, so Zirngibl, aber ein paar Jugendliche mehr könnten es schon sein. Deshalb eigne sich das aktuelle Stück auch so gut mit den vielen Zehn- bis 16-Jährigen, um Werbung für diese Jugend-Altersklasse zu machen.

Das Stück hinterfragt auf dreiste und schonungslose Weise die Weihnachtsgeschichte in Zeiten, wo Wunder nicht nur an schönen und perfekten Orten stattfinden. Man muss halt auch mal an etwas düsteren Stellen suchen, auch wo man sie am wenigsten erwartet. So können Weihnachtswunder geschehen in der heutigen Zeit.

Zirngibl und Eiba holen den Stoff schwungvoll auf die Bühne, haben herzerfrischende Gags eingebaut. Auch die Inszenierung mit gleichzeitig und nebeneinander laufenden Handlungssträngen tut der Dramatik des Stückes sehr gut. Es wird auch auf keinen Fall, wie man bei den Herdmanns vermuten könnte, die schlimmste Aufführung aller Zeiten.  sab





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